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Anasayfa
Zwei Auszüge aus dem Roman “Birdenbire”(1)
Yazan von Sadık Yalsızuçanlar   
30.04.2013 19:16
 Kapitel 14

İch gebe dir diese Beispiele, damit du verstehst. Wie könnte ich verstehen? Wie laesst sich ein Zusammenhang aufstellen zwischen so einem Ort und einem Erleuchteten? Warum nicht! Celal und Cemal(*) gehören in dieser Welt zusammen. Das erstere ist die eine Seite dieser Welt, das zweite die andere. Diese Welt hat zwei Gesichter. İst das der Grund für die Zweischneidigkeit der Menschen? İch weiss es nicht. Sieh an, es gibt also auch Dinge, die du nicht wissen kannst. Ja, so ist es, es gibt immer einen, der  weiser ist als der Wissende und einen über dem Wissenden, der es gefunden hat…Nicht jeder wird finden. Wie kann ich es finden? Suchend. Aber du sagtest, dass man suchend nicht fündig wird. Ja, das stimmt, suchend wirst du es nicht finden, doch ist der Fündige zugleich der Suchende. İch verstehe das nicht. Auch ich habe es noch nicht recht verstanden.

Je mehr du verstehst, desto unverstaendlicher wird es. So muss man denn erleutern, dass das Unfassbare unfassbar ist. Und ferner noch das Verlorengegangene. Als im Lande der Liebenden also eine Moschee einstürzte, hat Er: “Ein Volkommener ist von uns gegangen” gesagt. Ja, genau das war es, was er sagte. Es ist das Öffnen des İnneren nach Aussen hin und die Reflektion des Aeusseren zum İnneren…Denn eins ist der Körper. Yamanlı Dede hatte eins einen Derwisch namens Hüseyin. Hüseyin war ein Bauer. Eines Tages hatte er den Ochsen vor den Pflug gespannt und hatte bis zum Abendgrauen das Feld geflügt. Als der Ochse-ermüdet- sich  quer stellte, marterte er das Tier mit einem spitzen metallenen Stab. Der Rücken des armen Tieres blutete natürlich heftigst. Es waren harte Zeiten damals im Land, die Menschen hatte nur wenig zu essen, der arme Mann konnte nur kümmerlich seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dem Widerstand des Tieres konnte er unter diesen Umstaenden nicht mit Verstaendnis begegnen. So ist es denn…  es ist zu sehen im Tiere, das den Menschen einer Prüfung unterzieht, es ist zu sehen in der Erde, über die Steine oder über einen unumgaenglichen Ehepartner gar über ein ungeratenes Kind…Der Abdal sagte, das Aliyel Mürteza zu sehen sei in tausenden Facetten, aber nur für den, dessen Auge sieht. Sage das nicht, denn für den, der Augen hat, bleibt nichts im Geheimen. Wir alle haben Augen, sofern wir sie den öffnen. Sie werden sich öfnnen, wenn die Zeit dafür reif ist, wird jedes Auge sich öffnen. Wie dem auch sei, machen wir es kurz, unser Derwisch hat also seinen Ochsen nach der Arbeit in den Stall gebracht. Er verliess sein Haus, um seinen Meister zu besuchen. Als er vor seinen Meister trat, öffnete Yamalı Dede sein Hemd und zeigte ihm seinen Rücken und schimpte mit ihm: “Mein Sohn, mein ganzer Rücken blutet!” Als der arme Mann sich den Rücken seines Meisters ansah, ist er ohnmaechtig geworden, der Rücken seiner Heiligkeit war blutübersaet…so ist es eben, denn der Körper ist eins.

(*) (Cemal und Celal sind Namen Gottes, die für Seine Eigenschaften stehen. Cemal steht für die Schönheit, Cemal traegt die Bedeutung Grösse, Ruhm, Zorn)


Kapitel 40

Als unter Auto, Marke Murat 124, wie eine eigenartige Kreatur im Morgengrauen durch Wind und Wetter sich seinen Weg bahnte, war mir, als ob mein Herz vor Aufregung stehen bleiben würde. Die Türen des Autos waren kaputt. Wir hatten weder Winterreifen noch Ketten. Die Türen hatten wir von innen mit einem Seil verschnürt und waren auf gut dünken losgefahren…Der Weg, der zum Lande der Liebenden führte war uneben, und mancherorts hatte er Löcher, wie auch ich in meinem Herzen, doch waren meine Gedanken klar und weiss wie der Schnee. Der Schnee hatte die Welt bedeckt. Wir sassen dicht bei dicht im Auto zusammen. Es war mir unverstaendlich, wie wir auf dieser beeissten Strasse mit diesen ausgedienten alten Reifen überhaupt fahren konnten. Necat war ruhig, sein Selbstvertrauen war gross. İch kann mich nicht mehr daran erinnern, wie lange die Fahrt dauerte. Wir bogen ein in eine alte Strasse der Stadt mit einstöckigen Haeusern und Mauern aus Lehm und parkten unser Auto unter der Strasenleuchte. Wir neherten uns einem alten  Haus aus Holz, mit einer hellblauen Mauer, deren Putz stellenweise heruntergefallen war. Grosse Eiszapfen hingen am Dach des Hauses. İm İnnern brannte Licht. Mein Herz pochte wild vor Aufregung. Wir klingelten, man heisste uns wilkommen. Necati un  die anderen haben ihm ihre Ehrerbietung erwiesen. Sie setzten sich auf die Kissen auf den Boden. İch küsste ihm die Hand.

“Sei willkommen, mein Sohn,” sagte er zu mir.

Sein Bart war leicht ergraut, er trug eine weisse Takke auf seinem Kopf, eine Weste aus Wolle, ein kariertes Hemd und eine graue Hose…Als ich in seine Augen blickte, verlor ich mein Selbst. Er laechelte. İch konnte ihn nicht mehr weiter ansehen. İch kniete mich nieder an die Seite von Necati. İch legte meine Haende auf meine Knie. İch konnte nichts hören. Er hatte ein Band von seinem Herzen gelöst und mich damit an sich gebunden. Es war, als habe sich eine Tür geöffnet, hinter der sich mir ein Meer eröffnete, in das ich eingetaucht bin. İch habe dieses Meer nie verlassen. Es war wie ein Morgen. Die Sonne war aufgegangen und es schien, als werde sie nie untergehen. İch zitterte. Allmaechtiger.. die Linien zwischen seinen Augenbrauen, diese Augen wie Feuer, diese entschiedene würdevolle Stirn, diese Augen, die sein Gegenüber mitten ins Herz treffend aufnehmen und einen so ansehen, als würden sich dich in ihre Haende nehmen…were ich doch in der Lage, ihn nur noch einmal anzusehen. Die Zeit stand still. Mir war, als waere ich von einer Wolke umgeben. İch verstand nicht, was vorsichging. Die Frau Mutter kam hinein. Sie brachte uns einen Salbeitee. Ein wunderbarer Duft entfaltete sich. Niemand sprach auch nur ein Wort. Alles war so unendlich klar…ich konnte spüren, wie seine Blicke auf mir ruhten.

‘Wie alt bist Du?’ fragte er mich.

‘Sechzehn, mein Herr.’

Stille.

‘Mein Sohn, was suchst Du hier? Deine Altersgenossen laufen den Baellen hinterher, lebe doch Deine Jugend, genauso wie sie es tun…’

Mein Herz füllte sich mit Angst. İch dachte, ich würde ihn verlieren. İch nahm meinen ganzen Mut zusammen und sagte: ‘Nein, das geht nicht , mein Herr.’

Er laechelte wieder,

‘Was willstDu?’

‘İch möchte ihr Derwisch werden, mein Herr.’

Als Somuncu Baba, Sultan Hacı Bayram fragte:’Was ist Dein Wunsch?’, antwortete dieser: ‘Sie sind mein Wunsch, mein Herr.’

Mein einziger Wunsch bist Du, spreche ich in meinem İnneren.

Wenn es an der Zeit ist, wird alles seinen Weg finden, pflegte meine Mutter zu sagen. Es war nun an der Zeit. Das Rad der Zeit, das Schicksalrad drehte sich. Das Mal wurde gedeckt, man ass auf dem Boden, das Tuch wurde ausgebreitet, darauf wurde auf einem Dreifuss eine grosse Kupferplatte gestellt. İch blickte in das Çarkıfelek , eingemeisselt in die Mitte der Platte. Alles glich ihm. Er war wie das Abbild von allem. Bohnen wurden serviert in einem Teller aus Zink, dazu gab es nach Butter duftendem Bulgur, Tandır Brot und Ayran. Wir setzten uns um die gedeckte Platte. Wir sassen im Kreis wie beim Zhikir. Alles war kreisförmig. Seine Worte glichen einer Kugel. Sie rüttelten ihren Zuhörer auf. Auf den ersten Blick war es schwierig es aufzufassen, aber er gab dem Menschen das Gefühl , in diesem Kreis, dieser Kugel zu sein. Er nahm einfuhr über semtliche Nervenenden, zog ein in alle Zellen des Körpers und vermischte sich somit ins Blut. Er war wie Medizin. Als erstes tauchte er seinen in seinem Munde benetzten Zeigefinger ein in etwas Salz, sprach dabei das Wort ‘Huu’ aus und führte den Finger zurück in seinen Mund. Seine Stimme war voll und kraeftig. İch war immer noch nicht in der Lage, in seine Augen zu sehen. Nach dem Essen haben wir uns wieder auf die Kissen auf dem Boden gesetzt. Mit seinem Blick hatte er mich meiner Selbst beraubt. Zitternd habe ich mich ihm genaehert. Mein Herz brannte. Mein Gott, helfe mir! Diese Schönheit! Dieses unendlich Gute ist mir kaum tragbar, wohin soll ich es tun? Es war, als würde ein Wind hinter meinem Rücken wehen. La ilahe illallah…Das ist alles, woran ich mich erinnern kann. Vor lauter Aufregung hatte ich alles vergessen. Agahs Knie berührten die meinen. Seine Haend ruhten zusammengefaltet auf seinem Schoss, voller Anstand und Ehrfurcht sass er in seiner Gegenwart. Er blickte, als würden er sagen, Du liebst das Gold, jedoch ist das Gold verzückt von meiner Farbe. ‘Es gibt nichts ausser ‘İhm’. Dass ist der Grund, warum du im Verborgenen und im Unverborgenem eins sein solltest. Du musst dich hüten vor den Sünden, dich hüten, İhm gegenüber aufstaendisch zu sein. Hüte dich vor allen haesslichen Dingen so, als waeren sie Verbote Gottes. Du musst versuchen, dein Herz von allen Wünschen deines Egos zu befreien. Das schlimmste, was ein Mensch seiner selbst antun kann, ist, den Wünschen seines Egos zu gehorche, ihnen Tolerans zu gewaehren. Achte darauf, dass dein Gut ehrlich erworben ist. Esse selbst von deinem ehrlich erworbenem wenig. Halte dich fern von allem, was dir zweifelhaft ist. Auch wenn ein Mensch keinen Glauben an Gott hegt, so hüte dich davor, dessen Herz zu verletzten…’Manchesmal war ein Anflug von Zorn in seiner Stimme zu vernehmen.

Wie kann ich all das bewerkstelligen. Eins sein im Verborgenem und Unverborgenem..wie schwer das ist.

Necat ist immer noch am Schweigen.

Wenn er spricht, verstummt alles. Die Sprache aller Dinge liegt bei ihm.

Neuer Tee wird aufgegossen. Er fragt nach seinen Freunden und bekannten aus Kızılcabölük. Ab und zu legt sich Stille über den Raum. İmmer wenn die Stille sich aubreitet, öffnet sich eine Tür. Sobald wir über die Schwelle dieser Tür treten, begegnet uns ein Berg. Wir wandern diesen Berg hoch. Waehrend wir wandern, steigen Wolken auf. Es donnert und Blitze treffen auf den Erdboden. Der Dichter, der sagte, dass Blitz und Donner die Sprache Gottes sei, ist zu sehen. Er geht ein in den Kreis.

İch ging über in diese Welt, um wieder einzuziehen in den Kreis, sagt er. Möge der Körper, der Palast genannt, zusammenfallen dem Erdboden gleich. ‘Ach Menschensohn’, sagt er, ‘gekommen bist ans Ende, einen letzten Schritt hast du zu vollziehen, doch kannst du ihn nicht wagen. Der Tod steht vor der Tür. Doch weisst du von alledem nichts. Warum sind wir auf diese Welt gekommen, was haben wir getan!?’

Necatis Augen haben sich leise mit Traenen gefüllt, er weint still vor sich hin. Da ist sie wieder diese tiefe Stille. Sein Schweigen ist die aufrüttelnste aller Sprachen. İch bin nicht mehr mein altes İch. İch erneuere mich. Alles um mich wirkt erneuert. Mit jedem Moment geschieht etwas Neues.

Es wird wieder Tee serviert.

(1) “Birdenbire” ist  ein Begriff, der verschiedene Bedeutungen mit sich bringt. “Birdenbire” lasst sich übersetzten mit “plötzlich” “ mit einem Male”, doch nimmt man den Begriff auseinander, ensteht die Bedeutung: “Von Einem zum Eine” (Anmerkungen des Übersetzers)


Übersetzung von Vildan Yılmaz

 

 

 

 
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