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Anasayfa
"Islam bedeutet Hingabe und Frieden"
Yazan AYNUR KIRCI WIEN   
22.01.2011 22:56
 Im Rahmen des Projekts „Türkische Literatur zu Gast in Wien“ das ZAMAN Österreich gemeinsam mit den Büchereien Wien durchführt, kam der bekannte türkische Autor Sadık Yalsızuçanlar im Dezember nach Wien. Wir sprachen mit ihm über die Themen, die ihn bewegen: über Sufismus und den modernen Menschen.

Herr Yalsızuçanlar, können Sie sich unseren LeserInnen bitte vorstellen?
Ich wurde in Malatya geboren. Mein Vater hatte ein Sommerkino in Malatya, das „Cinema Paradiso“. Dieser Umstand hat natürlich dafür gesorgt, dass ich mich bereits in meiner Kindheit für Filme interessiert habe. Später habe ich mich immer intensiver mit dem Kino beschäftigt. Besonders die Beziehung zwischen Kino und dem Träumen hat mich interessiert, und so habe ich ein Buch mit dem Titel „Traumkino“ geschrieben. Ich habe an der Hacettepe-Universität Turkologie studiert, mich danach für Literatur interessiert und begonnen, Kurzgeschichten und Romane zu schreiben. Anschließend begann ich, beim staatlichen Sender TRT als Filmemacher zahlreicher Kulturdokumentationen zu arbeiten. So gehören Literatur, Kino und Fernsehen zu meinen Hauptinteressen. Ebenso alles, was mit moderner Kommunikation zu tun hat.

Welche Themen sind in Ihren Romanen wiederzufinden?
Seit über zehn Jahren schreibe ich vermehrt über die im Osten sehr weit entwickelte Sufi- Weisheitstradition. Vor allem der Sufi Muhiyuddin ibn Arabi hat es mir angetan. Auch Schriftsteller aus dem Westen haben sich für den Sufismus interessiert, zum Beispiel Goethe, Massignon oder Nicholson und Hammer-Purgstall.

Welche Beziehung hat der Westen zum Gnostischen?
Wir sehen, dass auch hier – vor allem im Mittelalter – ein intensives Interesse an der Gnostik vorhanden ist. Es gibt auch eine Gnostik-Tradition. Denken wir nur an Meister Eckhart. Durch mein Interesse an diesem Bereich habe ich also auch über einige der Sufi-Gelehrten des Ostens geschrieben – nichts Biografisches, vielmehr eine Lesehilfe für moderne Leser.

Warum interessiert Sie gerade Ibn Arabi?
Im Vorwort einer Ibn Arabi-Übersetzung habe ich einmal gelesen, dass Voltaire gesagt haben soll: „Unter den Muslimen ist endlich mal einer ernst zu nehmen, doch diesmal nehmen ihn die Muslime nicht ernst.“ Selbstverständlich setzt der erste Teil dieses Satzes Muslime herab. Man muss ihn im Rahmen der orientalistisch geprägten Perspektive beurteilen. Er zeigt eine Perspektive der eurozentrischen Bourgeoise. Es handelt sich hier um eine arrogante Sichtweise, die nicht der historischen Wahrheit entspricht. Ganz im Gegenteil.

Denken Sie, dass diese Sufi-Meister richtig verstanden wurden?
Einer der weltweit bekanntesten und erstmals übersetzten Sufis ist Omar Khayyam. Die Gedanken- und Sprachwelt des Khayyam hat im Westen besonders interessiert. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Khayyam darf nicht verstanden werden wie im Roman „Samarkand“ von Amin Maalouf. Die Informationen dort entsprechen nicht der Wahrheit. Der Wein in den Gedichten und Rubaiyyaten von Omar Khayyam ist ein Sinnbild. Er spricht hier nicht vom Traubensaft, wenn er „Wein“ sagt. Wie sagt Ibn Farid so schön (auch Halladsch soll so gesagt haben): „Als wir bereits betrunken waren, ward die Traube noch nicht erschaffen.“ Oder Rumi: „Meine Betrunkenheit rührt nicht von der Traube. Meine Betrunkenheit ist unendlich.“ Die Sprache ist hier sehr symbolisch und diese Symbolik wurde nicht immer richtig verstanden. Es wird hier eine hermetische Sprache der Gnostik verwendet, die nicht für jeden zugänglich ist. Sie erzählt göttliche Geheimnisse.

Die Sufi-Meister haben also eine universelle Lehre geschaffen?
Ja. Arabi verfügt über eine ganz besondere Vision. Ein dünner Erkenntnisstrahl, der von oben herab durch den Mund den ganzen Körper ausfüllt. Dann geht er wieder. Er schrieb oft solche Visionen nieder. Nachdem ein Engel einen entsprechenden Hinweis verkündet hatte, war sich Arabi sicher: „Meine Worte werden ganz Ost und West umarmen.“ Auch Rumi sagt: „Ich bin die Sonne und weder vom Osten noch vom Westen.“ Ich würde nicht den Begriff „universell“ verwenden, sondern eher „kosmisch“.

Was meint Arabi als er sagt: „Mein Herz ist offen für jede Form: Es ist eine Weide für Gazellen, ein Kloster für christliche Mönche ein Götzentempel, die Kaaba des Pilgers, die Tafeln der Thora und das Buch des Koran. Ich übe die Religion der Liebe.“
Die Quelle aller Religionen in ihrer authentischen Form ist Gott. Sie teilen in ihrer ursprünglichen Form dieselben Werte. Doch manche haben sich mit der Zeit von ihrer Authentizität entfernt. Die Religion ist ein universeller Ruf zur Erkenntnis.

Kommen wir zum Sufismus. Im Westen wurde der Islam lange Zeit als „Religion des Schwertes“ bewertet. Der Sufismus als eine extrem friedvolle Lehre wurde lange Zeit nicht in Zusammenhang mit dem Islam gesehen. Was möchten Sie dazu sagen?
Ganz klar: Eine historische Wahrheit wird verdreht. Prophet Mohammed hat niemals als erster sein Schwert erhoben – lediglich zum Selbstschutz, wenn man ihn attackierte. Die Selbstverteidigung hat er daher auch als einzigen Grund für Krieg angeführt. Auch hier galten äußerst strenge moralische Regelungen, es gab ein Kriegsrecht. Kinder, Frauen und ältere Männer standen unter Schutz. In diesem Jahrhundert haben wir das genaue Gegenteil erlebt, Stichwort: Irak, Palästina usw. Unschuldige Menschen, kleine Kinder wurden mit Phosphorbomben am lebendigen Leibe verbrannt. Der Prophet hat sein Schwert sehr selten geschwungen. Sein Leben in Medina war sehr lange geprägt vom friedlichen Zusammenleben mit Juden, Christen und allen anderen Religionsgemeinschaften. Islam bedeutet Hingabe und Frieden. So können wir sagen, dass Prophet Mohammed ein universeller Friedensbotschafter war. Das zeigen auch all seine für seine Epoche äußerst radikalen Errungenschaften bezüglich der Rechte von Frauen, Tieren und der Umwelt.

Wir danken für dieses interessante Gespräch.

 

ZamanAvusturya

 

 
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