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| Auf den Spuren des Phönix |
| Yazan C. Bahadır Yüce | |
| 15.01.2009 16:26 | |
Die gerade erst veröffentlichte Erzaehlung “Phönix” von Sadık Yalsızuçanlar, scheint ein guter Anfang dafür zu sein, sich der Welt des Dichters Misri , der mitunter der staerkste und feurigste Dichter der mystischen Literatur ist, zu nehern.Allen voran sei erwehnt: Phönix ist kein historischer Roman. Yalsızuçanlar ist ein Schriftsteller mit Mass. Selstverstendlich ist er nicht einer literarischen Gewöhnlichkeit und Unwissenheit verfallen, das Leben Niyazi Misris in einem einfachen Roman zu schildern. Die Erzaehlung breitet sich auf drei Flechen aus: das mühevolle Leben des Niyazi Misri, desen eigentlicher Name- abgeleitet von Muhammed- Mehmet war/ das Subjekt des Erzehlers (auch dessen Name ist Mehmet) ein Akademiker, der im heutigen Ankara lebt und eine bewegte Beziehung mit seiner Frau führt/ und die Reise der der Vögel zum Phönix, auf den Spuren des Mantıkutayr. Diese drei Ebenen überschneiden sich hien und dort, so manchesmal ist es nicht einfach zu definieren, auf welcher Ebene sich das Subjekt sich bewegt. Nur bleibt es zu erwehnen, das es Yalsizuçanlars frischer und überaus reicher Stil ist, der dieses gewehrleistet. Die Reise des Herzens von Misri. Auch wenn der Roman den Eindruck hinterlesst, als handele er über das Leben des Misri oder als were es die Erzehlung über einen Menschen aus modernen Zeiten, der das Auge seines Herzens offenhaltend zu leben versucht, so enthelt er doch viele Unterschichten. Die Dauer der Erzehlung lang, erscheinen eine Vielfalt an Ereignissen, dessen Themen jede für sich die Materie eines Romans sein könnte: angefangen beim Problem des Südostens bis hin zur Kritik an den Osmanen (“Beim Untergang des Osmanischen Reiches spielten die Grausamkeiten, die man Niyazi Misri angetan hatte, eine grosse Rolle”), von der hin und wieder aufkeimenden Differenz zwischen der Medrese und dem Kloster aus der Geschichte des İslam und vom Schmerz bis hin zur Gewalt über die Beziehung von Mann und Frau. Schritt für Schritt werden wir Zeuge der göttlichen Wegfindung des Niyazi Misris. Es scheint offentsichtlich, dass Yalsizuçanlar seine mit höchster Sorgfalt gemachten Nachforschungen nicht grob sondern mit feinem Masse angewendet hat. Er vermag es beispielsweise eine ganze Reise des Herzens in einem Satz zum Ausdruck zu bringen: “Er fragte dich:’ Hast du deine Lehre nun beendet?’ ‘Ja’, antwortetest du ihm,’ ich habe zwölf Wissenschaften absolviert.’ Ümmi Sinan war plötzlich verschwunden. Jahre speter, hast du Prüfung in der Gegenwart des Sultans mit Erfolg gemeistert. Du hast vierzig Kloster besucht, im vierzigsten Kloster hast du ihn- Ümmi Sinan- wieder gefunden. Und wieder hast du ihn verloren. Sieben lange Jahre hast du im Derwischkloster auf ihn gewartet. Wieder tauchte er auf. ‘Was ist der Anfang des Wissens?’ fragte er dich, “Geduld” hast du ihm geantwortet.” Der Erzehler, der den Worten “devredip geldim cihana yine bir devran ola” verfiel und eine Art gemeinsames Leben mit Misri aufbaute, wird am Ende an den Punkt gelangen, wo er gesteht, dass “es eine Lüge sei, eine Arbeit über dich zu schreiben”. Wie in jedem Text von Yalsızuçanlar steht auch hier die Liebe, welche als unlösbares Raetsel des Egos des Menschen steht- dem grössten Spiel Gottes- als vereinendes Element im Mittelpunkt dieser Erzehlung. İch glaube, das Anka eines seiner Werke ist, mit dem Yalsızuçanlar am meisten übereinstimmt.Der Leser, der “Der Reisende, der die Staedte ziert”, “Der Wanderer” und “Die geheimnisvollen Ziegelsteine” kent, wird dem Erzehler des “Anka” nicht fremd sein. İn dieser Erzehlung begegnet uns eine assoziative Landkarte Yalsızuçanlars von Wittgensein, der hier “der Wiener Weise” genannt wird bis hin zu Arabi, von den Werken Said Nursis bis hin zum Dichter Turgut Uyar. Autobiographische Elemente, wie das Sommerkino des Vaters in Malatya oder das Studentenwohnheim ergenzen den wahrheitstreuen Stil der Erzehlung. Am Ende plaziert er Mirsi an einen anderen Ort als den “Wiener Weisen“ und somit stabilisiert er seinen eigenen Standpunkt. Enis Batur hatte sich einmal folgendermassen geeussert: “İch bin nicht in der Lage besserse Erzehler als Ayfer Tunç und Sadık Yalsızuçanlar zu erblicken.” Mag sein, dass dieser blinde Blick Erzehler wie Cemil Kavukçu und Barış Bıçakçı und andere gute Erzehler draussen vorlesst, jedoch war dies ein wichtiger Ausgangspunkt für diejenigen, die bis dato noch in >Unwissenheit über Yalsızuçanlars Erzehlkunst waren. İn diesem Sine hoffe ich, dass “Anka” zur genüge “entdeckt “wird. Vor uns liegt ein aussergewöhnliches Werk, das Mirsi mit dem “İmmigrantem” Derridas vergleicht, ausgedrückt mit den Worten des Erzehlers ein Werk, das den “berufenen” offen ist. Am Ende des Buches fragt sich der Leser genauso wie das Subjekt der Erzehlung: “Welche unserer Qual wird getroffen durch die Worte, die aus den Zustenden der Weisen entspringen?”
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