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Nieselregen
Yazan SadıK YalsıZuçanlaR   
26.09.2008 23:16

sadik

Mit jedem Tag, an dem wir uns begegnen, stelle ich fest, daß deine Haare länger geworden sind. Dein Haare sind schwarz. Pechschwarz. Schwarz wie Kohle. Wie ein dunkler Zauber betrittst du den Raum. Ich liebe dich so wie das erste Mal, als ich auf dich wartete. Je näher ich dich kennenlerne, desto größer wird meine Sehnsucht nach dir. Ich weiß nicht, ob ich dir sagen sollte, daß ich dich vermisse oder lieber nicht. Dein Gesicht ist durchschnitten, wie von einem Rasiermesser in der Mitte durchtrennt. Die Hälfte deiner Nase existiert nicht. Manchmal erscheint ein Glanz auf deiner Stirn. Es ist deine Stirn, die ich am meisten liebe.

Wie du siehst, lerne ich dich erst langsam kennen. Eigentlich kenne ich dich nicht. Je öfter ich dich sehe, desto stärker wird der Wunsch in mir, dich ständig anzublicken. Ich blicke auf das Glitzern deiner Stirn. Irgendetwas Trauriges scheint dort verborgen. Deine Stirn hat eine berührende Vergangenheit. Wie deine Haare. Sie sind dunkel und lang, aber sie zittern, wenn man sie berührt. Ich weiß, daß es Sünde ist, sie zu berühren. Mit deinem Eintritt in das Zimmer verringert sich mein Dasein. Ich glaube mich zu verringern, doch dann sehe ich, daß auch du dich verminderst. Etwas scheint zu viel zu sein. Ich weiß nicht, wann es zugenommen hat, wann es entstanden ist. Du wirst dich nicht erinnern, aber an dem Ort, an dem ich dich zum ersten Mal sah, war etwas merkwürdiges geschehen. Ich hatte mich Hofe einer Moschee auf einen Stein gesetzt. Plötzlich fing es an zu regnen. Wie der alte Mann, der dort Gebetsketten verkaufte, stellte auch mich unter das Vordach der Säulen. Ich fing an zu warten. Jetzt erinnere ich mich, der alte Mann verkaufte auch Essenzen, abgefüllt in kleinen Flaschen aus Aluminium. Mit einer Spritze nahm er die Essenz auf und füllte sie in kleine Glassfäschen, um sie zu verkaufen. Er empfahl mir den Lavendelduft. Ich kaufte eine Flasche für dich. Danach wand er seinen Blick von mir ab, blickte auf den herabfallenden Regen und sagte so etwas ähnliches wie, "mein Sohn, jetzt gleichst du dem Regen...". Danach ertönte die Sirene eines Feuerwehrautos, ein Bus  fuhr vorbei und spritzte uns nass. Es war Wochenende. Die Soldaten hatten Ausgang. Der Regen war inzwischen heftiger geworden. Und plötzlich hörte er auf. Die Wolken verzogen sich. Die Sonne kam hervor. Wenige Minuten nach dem Erscheinen der Sonne, kamst du. Als du mich erblicktest, mußt du gefühlt haben, daß ich es war. Du bist auf mich zugekommen. Ich stand auf und ging auf dich zu. In dem Moment, an diesem Ort, wo ich meine Hand ausgestreckt hielt, um sie dir zu reichen und dich anlächelte, bemerkte ich, wie mir dein Herz zufloß. Auch mein Herz hatte sich an dich gebunden. Dieser Bund war ähnlich dem Schicksal, dessen Geheimnis auch von denen nicht erahnt werden konnte, die es trugen. Er glich dem Regen.
Dann wollte ich dir die Kalligraphien in der Moschee zeigen. Gezeichnete Buchstaben größer als wir selbst waren, Elifs, Vavs, das schöne He. Ich erzählte über die Carkifeleks, die in den Stein der Kanzel gemeißelt waren. Du warst sehr still, du schämtest dich. Deine Stille glich nicht der Lautlosigkeit. Ich nahm den Duft deiner Selle war. Ich weiß nicht, wie eine Seele in der Lage ist, still zu duften. Ich fühlte dies als ich vor den Carkifeleks stand.
Nach einer Weile gingen wir raus und haben uns unter die Menge gemischt. Wir haben uns ins Teehaus gegenüber gesetzt, um eine Zigarettenpause einzulegen. Wir verließen das Cafe und gingen zu der Brücke am Fluß. Das klare Wasser des Flußes war stark getrübt. Für eine lange Zeit verharrten wir dort.Wir blickten auf den Fluß, auf das Wasser. Mo bedeutet Wasser habe ich gesagt, erinnerst du dich? Ses bedeutet Baum. Moses bedeutet, der der in einem Holzschrein ins Wasser gelassen wurde. Der Fluß war verschmutzt, er stank. Wir blieben dort nicht lange und gingen zu dem Weg, der in den Wald hineinführte. Es war eine gepflasterte Straße, der Bürgersteig weit und geräumig. Um uns herum war Stille. Die Geräusche der Menschen und der Straße verminderten sich mehr und mehr. Die Laute des Waldes traten hervor und unterdrückten langsam die Geräuschkulisse der Straße. Die Straße war zu ende. Der letzte Verkäufer auf der Straße war ein Balonverkäufer. Wir gingen an ihm vorbei. Du hast viel geraucht. Deine Stimme zitterte. Wir traten in den Wald. Eine zeitlang gingen wir den Pfad entlang. Jetzt waren der Duft und die Geräusche des Waldes klar zu vernehmen. Ein inneres Erschaudern erfaßte mich. Auch dich. Es war eine Art Angst.Ich sah dich an. Du schämtest dich. Ich blickte dich an, die Hälfte deines Gesichtes war durchschnitten, wie mit einem Rasirmesser in der Mitte durchtrennt. Ich wandt meinen Blick von dir ab, um es nicht sehen zu müssen. Es wucherte vor Brennesseln. Ackerwecken waren auch zu sehen. Grüne, gelbe, dunkelgrüne, hellgrüne Gräser. Der Waldboden war noch bedeckt vom Laub vom Vorjahr. Es gab viele Eichen und Walnußbäume. Bäume mit geneigtem Haupt. Unendlich viele Geräusche hallten wider. Wir waren diesen Lauten fremd. Laute, ähnlich dem Zwitschern von Vögeln, und doch gehörten sie zu anderen Tieren. Im Wald lösten sich die Bande im Inneren des Menschen. Ich erinnere mich daran, wie ich ein Band aus meinem Herzen löste und es dir zuwarf. Jetzt waren wir einander verbunden.  Die Wolken zogen sich zusammen. Es war stickig heiß. Ich schwitzte. Der Pfad war nun zu ende. Wir waren endgültig im Innern des Waldes, allein mit uns. Wir fühlten uns wie die Bäume im Wald. Es fing an zu nieseln. Diese Kühle tat gut. Wir setzten uns zu Füßen der Trauerweide, die am Fluß stand. Der Wald um uns herum war vergessen. Wir waren gefangen in der Leere, in einer luftleeren Ebene ohne Anziehungskraft. Du warst es, die dieses Gefühl zuerst aussprach. Ich erwiderte, daß es mir ähnlich erginge. Erinnerst du dich daran, wie du sagtest, daß du die Ausdehnung der Zeit zum ersten mal so in dieser Form wahrnehmen würdest. Ich blickte auf die Unebenheiten, die sich auf der dicken Rinde der Trauerweide gebildet hatten. Hier scheint sich eine krebsartige Geschwulst gebildet zu haben, erwiderte ich.  Wie fallender Regen wurde ich von deinen Blicken getroffen. Ich schaute aufmerksam in deine Augen. Dort, in deiner Pupille, sah ich mich. Ich beobachte mich in dir, sagte ich. Ich mich in dir. Wir sahen uns an, und es war, als würden wir in unsere Einsamkeit blicken. Ich kann deinen Schmerz nicht fühlen, sagtest du. Laß, alles ist dort, wo es hingehört, berühre ihn nicht. Du hattest damals kurze Haare, Scwarz wie Kohle.  Deine Händen schienen an den Hängen eines Berges zu leben. Deine Finger glichen dem Wasser geschmolzenem Schnees, das den Berg herunterfloß. Sie waren weiß wie Schnee. Durchsichtig. Sie anzusehen war wie von Wasser berührt zu werden.  Dein Gesicht ist durchschnitten, wie von einem Rasiermesser in der Mittte durchtrennt. Dich anzusehen hinterläßt einen tiefen Schmerz in mir. Deine Augen sind kastanienbraun, aber deine Haare sind schwarz. Eine Locke fällt hinab und streichelt deine Wange. Ich denke an die Dichter, die diese Locke mit einer Schlange verglichen. Sie muß sie tief getroffen haben. Ich sehe dich an mit einem verletzten Auge und ein unschuldiger, zerbrechlicher Schmerz spiegelt sich in deinem Gesicht. Dieser Schmerz führt mich zu einem Fluß. Von dort zu einem Kind. Eine Hochzeit findet statt. Eine Trennung wird erlebt. Wenn wir uns trennen, ist es, als würden wir unsere Hälfte irgendwo hinterlassen, als wären wir in der Mitte durchtrennt. Ist das der Grund, warum dein Gesicht so durchschnitten ist? Fühlst du dich getrennt, auch wenn du bei mir bist? Ein Teil löste sich ab vom Ganzen. Der Schmerz welchen Teiles ist  der Schmerz deiner Trennung? Nachdem wir uns bei der alten Trauerweide ausgeruht haben, machten wir uns wieder auf in die tiefen des Waldes. Im Wald gab es keine Regel. Alles entstand aus eigener Kraft. Die Erde hatte sich aufgetan und die Welt mit Gräsern, Blumen und Setzlingen begütert. Diese Erde war immer rein. Dieses Wasser war immer rein. Aus der Ferne blickte ich dich an, als würde ich einen Baum betrachten. Du warst wie er ein Teil des Waldes. Die Erinnerungen, die diese Erde in sich barg, lagen in dir verborgen. Du warst wie dieser Baum, der davor stand Früchte zu tragen. Wir waren in der Lage den Thron zu sehen, weil er uns als Menschen geschaffen hatte. Jedes Auflehnen gegen ihn, riß eine Wunde in unsere Gesichter. Wir gingen an den Ort, wo der Meric Fluß in den Wald mündete. Dort wuchsen Brombeeren, von denen wir aßen. Unsere Hände und Finger färbten sich rot. Mein weißes Hemd und meine graue Weste hatten rote Flecken. Deine Lippen, waren sie Kirschen? Oder Himbeeren? Wer warst du? Ich hatte dich nicht gefragt, Ich habe dich nie gefragt. Ich habe dich dort- du wirst es wissen- wie einen Baum, wie eine Blume wahrgenommen. Nur war deine Erscheinung größer und tiefgreifender. Wenn ich dich ansehe, verstehe ich, daß du eigentlich ein Teil von mir bist. Du kommst aus meinem Wesen. Du wurdest mir entnommen. Du bist ein wenig ich. Ich bin du, aber ich gehöre nicht volkommen dir. Ich gehöre weder dir noch mir noch irgendeinem anderen. Ich bin wie die Erde. Wie der Regen. Ich liege auf dem Boden wie ein Teppich. Ich habe dich zugedeckt. Du deckst dich mit mir zu. Ich sehe deine Verliebtheit und ich denke an den Hang des Menschen zu seiner inneren Heimstätte zu finden. Denke - sage ich, dabei hat das nichts mit der Vernunft zu tun. Es ist wie das Wachsen dieses Baumes. Wie das Aufgehen dieser blauen Blumen. Wir wanderten weiter und kamen an einen kleinen Hügel neben dem Flußbett. Dort haben wir uns hingesetzt. Ich habe dir aus dem Füsusu`l- Hikem vorgelesen. Während du mir zuhörtest, wanderte dein Blick auf die Bäume, auf das Wasser, die Wellen und auf das Dahinfließen des Flußes. Du blicktest auf die Schreine, die Bündel und die Einsamkeiten. Deine Blicke schweiften umher und du erblicktest mich, aber du fühltest dich nicht als ein Teil von mir. Auch wenn ich ein Teil bin, das sich von dir gelöst hat, existiert doch mein Selbst, ich kann es sehen, während ich auf dich zu gehe, sagtest du. Ich schwieg. Auch du hast geschwiegen. Wenn man lange genug mit bewegungslosen Blicken auf den Fluß sah, kamen einem die Gedanken, daß es nicht nur ein schmales und mal sich weitendes Dahinfließen von Nord nach Süd oder ein wechselndes Fließen vom tiefen ins seichte Wasser war, sondern vielmehr ein Fluß aus den Fluren der Geschichte bis zum heutigen Tag, vom heutigen Tage ins Ungewisse. Eine zeitlang schwiegen wir. Ich denke- sagte ich- daß der Fluß... sadikJa- sagtest du- ich dachte für einen Augenblick auch daran, daß er von der Vergangenheit in die Zukunft fließt. Somit ist nicht der Raum, den er umfaßt von Wichtigkeit, sondern die Zeit, die er bearbeitet. Ja, sagtest du. Immer wenn du deinen Blick auf die Dinge richtetest, geschah etwas eigenartiges: wenn du lange und beständig in eine Richtung sahst, war es, als ob der Gegenstand, der Teil deiner Betrachtung war, in deine Seele Einzug erhielt. Das war mir zu allererst während dieses Waldspazierganges aufgefallen. Ich habe dir das später gesagt. Du hast recht, hast du mit einem Lächeln erwidert. Behutsam erfaßten deine Augen die Dinge. Deswegen fühle ich mich in meinem jungen Alter sehr angefüllt und erschöpft. Alles, was ich sehe berührt und dringt nach einer Zeit in meine Seele ein. Aber, sagte ich, wenn du mich ansiehst, scheint ein Kind zu laufen. Ja, denn ich sehe dich an, wie diese Eiche ihr Blatt. Das mag daran liegen, sagte ich, daß du keinen Unterschied zwischen den Dingen wahrnimmst. Du lächeltest wieder, aber diesmal war es ein verscmitzt schlaues Lächeln. Ich betrachte sie nicht als Objekte, sagtest du. Du hast recht, sagte ich, du betrachtest sie als ein Teil von dir.
Es umfaßte uns wieder diese Stille. Eine Stille, die einen jedes Geräusch der Erde, selbst das Kriechen einer Ameise, vernehmen läßt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange dieser Zustand der Stille andauerte. Eine Leere schien ihren Platz einzunehmen. Ich habe gesehen, wie haltlos du in dieser Leere warst. Du hattest deinen Blick an eine bestimmte Stelle geheftet. Es war das Ufer, an das kleine Wellen schlugen. Erlebt der Mensch im Moment des Orgasmuses eine absolute Trennung von Gott?- hast du mich gefragt. Du hast geschwiegen. Ich versuchte im Gedanken diesen Moment zu erfassen. Ich erinnerte mich, aber dieser Moment mußte nicht erinnert sondern gelebt werden, um darüber nachdenken zu können. Es handelt sich zweifellos um eine Trennung, sagte ich verlegen. Ein freches Lächeln umspielte deine Mundwinkel. Mit einer Kopfbewegung hast du dir eine Locke aus deiner Stirn geschüttelt. Und- ist sie nun absolut, oder..? hast du vor dir hergeflüstert. Eine Trennung ist nie absolut, sagte ich.  Wäre sie absolut, die Trennung, so müßte man sich im Sein des Nichts befinden. Ist er denn nicht der Gott des Nichts und des Seins, fragte ich.
Da aber nichts außerhalb seines Namens Rahmen(Allbarmherziger) zu stehen vermag, so ist doch das Nichts ein Ding der Unmöglichkeit, sagtest du.
Warum glaubst du, daß eine absolute Trennung stattfindet?- fragte ich dich. Weil wir unseren ganzen Körper reinigen müssen, um wieder zu ihm zurückzukehren. Das mag von dieser Trennung rühren oder von der Lust , die sich im ganzen Körper ausbreitet, jede einzelne Zelle des Körpers erfaßt. Beides ist wahr, warf ich sofort ein. Wieder umspielte ein schlaues Lächeln deine Lippen. Wir schwiegen und langten nach den Kieselsteinen. Die Hitze hatte sich mittlerweile über den Boden gelegt. Die Schwüle war unerträglich. Der Fluß nahm seinen lauf, aber so, als wäre er im Fluß behindert. Es war still. Bis auf wenige Wölbungen nahm der Fluß geradewegs seinen Lauf, wie eine Feder-eben. Der Wind wehte sachte in den Ästen und Blättern der Bäume. Ohne diesen Wind erschien alles wie eingefroren. Es war, als ob das Leben für einen Moment aus sich getreten wäre. Eine Schwere hatte sich auf uns niedergelegt. Der Himmel leuchtete blau. Einige Wolken waren zu sehen. Vielleicht war es binnen einer Minute oder es geschah viel früher, daß sich unsere Augen schlossen. Eine zeitlang lagen wir so da. Ich wurde von einem Schrei geweckt. Du warst noch am Schlafen. Es kam von den Menschen, die etwas enfernt von uns piknickten. Sie spielten laute Musik und hatten offentsichtlich etwas zu viel getrunken.
Was hast du gesehen? hast du gefragt. Es war ein schöner Traum, sagte ich. Und du? Auch meiner war sehr angenehm. Das Angenehme kommt dem Schönen nicht gleich pflegte Wittgenstein zu sagen, sagte ich. Öahhhh... war deine Antwort. Jetzt wirst du aber ungerecht, sagte ich. Ich glaube der Grund warum er so dachte war, daß er ein angenehm netter Mensch war, sagtest du. Möchtest du mir von deinem Traum erzählen, fragte ich. Es war, als ob du dich von dir selbst gelöst hättest. Mit deinen eigenen Flügeln gleitetest du umher in deiner eigenen Welt. Du warst losgelöst von mir, der Umwelt, dem Fluß, den Trauerweiden, den Ölweiden, den Kastanienbäumen, den Eichen, den Kiefern, du hattest dich losgelöst von all den hunderten, tausenden Stimmen des Waldes. Die Trunkenheit des Traumes ließ auch mich verharren in einer zeitlosen Stille, nah bei mir selbst. Was war geschehen, wieviel Zeit war verstrichen- ich erinnere mich nicht. Danach erhoben wir uns und machten uns auf die Suche nach einem Pfad. Ich war mir nicht sicher, ob wir den Pfad hinaus überhaupt finden wollten. Wir wünschten uns, daß dieser Weg- ein Ort ohne Spuren, ohne Regeln nie enden würde. Aber wir mußten wieder zurückkehren. Ich mußte am abend wieder zurücksein.  Du hattest Prüfungen, aber das war nicht wichtig für dich. Dein Studium, deine Freunde, deine Wohnung, diese zwei Zimmer, von denen eines leer und das andere spärlich möbliert war mit einem Gaskocher, einem kleinen Fernseher, dessen Fernbedienung kaputt war, das Bett, mit dem kaputtem Standbein, die Matratze, die Bettdecke, der alte Ofen, die mit Teer verschmierten Röhre, der Teppich auf dem Boden, die Bücher, Zigaretten, eine kleine Teekanne und die Kaffeemaschine, deine Kleidung, deine Schuhe, die Wege auf denen du wanderst, der Supermarkt um die Ecke, wo du deine Einkäufe machst- nichts von alledem war wichtig für dich.
sadikObwohl du dich danach sehntest mit mir zusammenzusein, wandest du plötzlich dein Gesicht von mir ab. Trotzdem gabst du zu, daß du dich nach mir sehnen würdest. Sehnsucht war das Wort, das du ständig bei dir trugst. Du bist mein eigentliches Heim, deshalb sage ich, daß ich mich nach dir sehne, aber das erklärt nicht alles, was in mir vorgeht.
Dann ist es Unzufriedenheit über dein Leben?
Nein, das ist es nicht. Mal bin ich zufrieden und manchesmal nicht.
Du lebst hier allein ohne deine Familie. Es ist das Gefühl, in der Fremde zu sein..
Rede keinen Unsinn.
Du vermisst ihn, daher deine Todessehnsucht. Deine Todessehnsucht ist größer als deine Liebe.
Bin ich denn von ihm getrennt, als daß ich mich nach ihm sehne.
Müsenna aus Cordoba vermochte dies zu sagen, doch aus deinem Mund ist es lediglich ein Satz.
Etwas, was aus wenigen Worten besteht...ein Wort, ein Sein. Nicht Sein, mehr noch ein Wort. Du möchtest auch keine Kinder haben.
Ja, ich möchte keine Kinder haben.
Was willst du?
Ich weiß es nicht.
Du hast geschwiegen. Ich auch. Wir hatten Sehnsucht nach einander, aber immer, wenn wir zusammenkamen, war da diese Leere. Es entstand so etwas wie ein Nebel zwischen uns. Wir konnten es nicht sehen, aber doch war es da. Ein Zustand...ja, ein Zustand. Obwohl du glücklich zu sein schienst, wirktest du unglücklich. Ich dagegen glaubte nicht an das Glück. Ich glaubte an deine Echtheit. Und diese war in meinem Herzen. Ich glaubte an dein Bild in meinem Herzen. Es war der Name meines Glücks. Wir trennten uns. Ich blickte aus dem Fenster des Zuges und sah die Berge, die Täler, die Bergspitzen, die Ebenen, die Seen, die Flüße, unförmige Häuser aus Beton, Dörfer, Häuser aus Lehm gebaut- ich sah deine Haare und die Hälfte deines Gesichtes. Ich habe dich in diesem Zustand zurückgelassen.
Lange Monate waren vergangen. Eines Tages habe ich diesen merkwürdigen Anruf erhalten. In der Nacht davor habe ich in meinem Traum gesehen, wie du in einem See ertrinken würdest. Du versuchtest davonzulaufen von den Dingen, die dich ertränkten, doch das Wasser zog dich in sich hinein. Ich versuchte dich zu retten, aber es war vergebens. Langsam umschloß dich der Schlamm. Als ich aufwachte, dachte ich, daß dieser Traum womoglich ein Zeichen war.
Als du mir sagtest, daß du bald sterben würdest, war ich dabei mir im Güvenpark eine Brezel zu kaufen. Ich kaute darauf rum. Das, was danach gechah, ist bekannt.
Einen Monat nachdem du ins Krankenhaus eingeliefert wurdest, habe ich erst wieder etwas von dir gehört. Ich besuchte dich. Du warst nur noch Haut und Knochen in deinem Bett. Jetzt sehe ich dich jeden Tag an und stelle fest, daß deine Haare länger geworden sind. Wenn ich dich nicht so sehr geliebt hätte, wäre dein Gesicht nicht durchschnitten. Wenn dein Gesicht nicht so durchschnitten wäre, würden deine Haare nicht so wachsen.

 

Deutsche übersetzung :: vildan yalsizucanlar 

 
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"Ayrılığa ulaşsaydık, ona kendi acısını tattırırdık." İbn Arabi  

SADIK YALSIZUÇANLAR,
ARTIK BÜTÜN KİTAPLARIYLA
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